VATIKAN,
23. Januar 2002 (ZENIT.org).- "Religionsfreiheit" für die Katholiken
in Vietnam, so lautete am Dienstag die Forderung des Papstes
bei seiner Ansprache vor den Bischöfen dieses kommunistischen Landes.
"Um
eine gesunde Zusammenarbeit mit dem Staat zu erlangen, erwartet sich
die Kirche von der politischen Kommunität absoluten Respekt vor ihrer
Unabhängigkeit und Autonomie".
Für diesen alle fünf Jahre sich wiederholenden
ad limina-Besuch machte das Regime keine Probleme. Insgesamt 26 Bischöfe
und zwei Priester durften nach Rom reisen. Vor fünf Jahren
konnten nur 14 nach Rom kommen, um den Papst zu
sehen.
Sie repräsentieren laut offizieller Statistiken 5,3 Millionen vietnamesische Katholiken
(laut Fides sind es 7 Millionen) bei einer Gesamtbevölkerung von
79 Millionen.
Im Namen der Bischöfe sprach der Vorsitzende der
vietnamesischen Bischofskonferenz, Bischof Paul Nguyen Hòa von Nha Trang zum
Papst. Vietnam sei im Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft,
von Isolation zur Integration in die Weltgemeinschaft.
Bei diesem Erneuerungsprozess
"kommt die Kirche noch nicht in den vollen Genuss aller
notwendigen Freiheiten".
Am 15. dieses Monats teilte die Missionsagentur Fides
mit, dass es dort "eine starke Kontrolle der Bischofsernennungen (die
beiden Diözesen Hai Phong und Hung Hoa sind vakant) und
Priesteramtskandidaten, der seelsorglichen Tätigkeit der Priester und der Möglichkeit neuer
Ordensnoviziate sowie die Kontakte mit der Außenwelt gebe".
Der Heilige
Vater sagte vor den Bischöfen, die Kirche dürfe "in keiner
Weise mit der politischen Kommunität verwechselt werden und sei auch
an kein politisches System gebunden".
"Daher sind politische Kommunität und
Kirche unabhängig voneinander und autonom bei den ihnen vorbehaltenen Ernennungen".
1999 wollte der Papst Vietnam besuchen, wozu es aber nicht
kam. Weiter sagte er, dass dies nicht bedeute, dass es
keine "gesunde Zusammenarbeit" geben dürfe zwischen Kirche und Staat, in
deren Namen die Christen aufgefordert sind, sich "loyal zu engagieren
für das Wachstum und den Aufbau einer gerechten, solidarischen und
gleichen Gesellschaft".
Die Kirche "verlangt bestimmt nicht, die Verantwortlichen der
Nation und die individuelle oder kollektive Aktion der Personen zu
ersetzen. Sie wünscht nur, ihre spezifische Mission ausführen zu können:
die menschliche und spirituelle Entwicklung der Individuen, indem sie dem
Menschen das göttliche Leben mitteilt und die Würde der menschlichen
Person veredelt".
Die Religionsfreiheit betreffe nicht nur die Person, sondern
auch die Religionsgemeinschaften, die frei sein müssen, um "sich autonom
zu leiten, uneingeschränkt den öffentlichen Kult zu begehen, öffentlich ihren
Glauben zu lehren und schriftlich oder mündlich zu bezeugen, ihre
Mitglieder im religiösen Leben zu unterstützen, ihre eigenen Priester auszuwählen,
auszubilden, zu ernennen und zu ersetzen, die einzigartige Kraft ihrer
Soziallehre zu manifestieren und Initiativen im Bereich Bildung, Kultur, Barmherzigkeit
und Gesellschaft zu fördern".
VATIKAN,
23. Januar 2002 (ZENIT.org).- Gott "stellt sich auf
die Seite der Opfer" von Gewalt und Unterdrückung und erzeugt
im Bösen einen Schauder, der ihn zur Umkehr bewegt", so
der Heilige Vater am Mittwoch.
Vor etwa 4.000 Pilgern in
der vatikanischen Audienzhalle sprach der Papst bei der traditionellen Mittwochsaudienz
über das Canticum eines jüdischen Weisen, Jesus Sirach, der zwischen
190 und 180 vor Christus gelebt und die göttliche Weisheit
wunderschön beschrieben hat.
"Der Gott der Bibel bleibt angesichts des
Bösen nicht gleichgültig. Wenn auch seine Wege nicht unsere Wege
sind und seine Zeiten und Vorhaben von den Unsrigen verschieden
sind, so stellt er sich doch auf die Seite der
Opfer und offenbart sich als strenger Richter der Gewalttätigen und
Unterdrücker, jener, die triumphieren, ohne die Frömmigkeit zu kennen".
"Doch
sein Eingreifen sucht nicht Zerstörung", so der Papst bei seiner
Meditation, die Emond Dates, den Grafen von Monte Cristo von
Alexandre Dumas begeistert hätte.
"Durch die Offenbarung seiner Macht und
seiner Treue in der Liebe, kann er auch im Gewissen
des Bösen einen Schauder erzeugen, der ihn zur Umkehr bringt",
stellte der Papst fest.
Auf diese Weise setzte der Heilige
Vater seine Mittwochskatechese fort, bei der er über Psalmen und
Cantica des Alten Testamentes meditiert, die Eingang in das Stundengebet
der Kirche gefunden haben.
Bei der Generalaudienz am Mittwoch wählte
der Papst eine Perikope aus dem Buch Jesus Sirach aus
(36, 1-5, 10-13). Dieses Buch wird in der lateinischen Bibel
als "liber Ecclesiasticus" bezeichnet, denn die Bibel offenbart sich als
ein Dialog zwischen Gott und der Menschheit, eine Begegnung, die
durch das göttliche Wort, die Gnade und die Liebe besiegelt
wird.
Es handelt sich dabei um einen Flehruf, auf dass
Gott für Israel gegen die fremden Nationen eingreife, die es
bedrängen. In der Vergangenheit zeigte Gott seine Heiligkeit dadurch, dass
er die Schuld seines Volkes bestrafte, indem er es seinen
Feinden überließ. Nun bittet der Gläubige Gott, er möge seine
Größe offenbaren, indem er die Herrschsüchtigkeit seiner Unterdrücker unterdrücke und
so eine neue messianische Ära einleite.
"Im gewissen Sinne kann
man das als ein Gebetsmodell betrachten, auf das man in
Zeiten der Verfolgung und Unterdrückung zurückgreifen kann. So geschah es
auch damals zur Zeit des Autors unter der harten und
strengen Herrschaft der fremden Syrohellenen".
"In der Bibel mündet die
Klage der Leidenden niemals in Verzweiflung , sondern ist immer
zur Hoffnung hin offen. Sie gründet auf der Sicherheit, dass
der Herr seine Kinder niemals verlässt".
"Seit Ewigkeit ist es
Gott ein Anliegen gewesen, alle seine Geschöpfe zu lieben und
zu retten, die dazu berufen sind, zu seinem Volk zu
werden", sagte der Heilige Vater abschließend. Und das hat Jesus
Christus verwirklicht.
VATIKAN,
23. Januar 2002 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Worte, die
der Heilige Vater in deutscher Sprache gesprochen hat:
Liebe Schwestern und
Brüder!
Der Psalter ist das Gebetbuch des Volkes Gottes schlechthin. Daneben
finden wir in den Büchern des Alten Testaments eine Reihe
weiterer Lieder, Psalmen, Gebete und Anrufungen. In verschiedenen Lebenssituationen sind
sie die gläubige Antwort des Menschen auf Gottes Heilszusage.
Der heutige
Text aus dem Buch Jesus Sirach ist eine Anrufung der
Macht und Größe Gottes. Der Beter weiß: Nur Gott allein
kann die Not wenden und aus der Bedrängnis befreien. Er
ist der Richter und ihm gehört der Sieg. Im Vertrauen
auf Gottes gütiges Eingreifen bringt der betende Mensch seine Hoffnung
ins Wort: Alle sollen erkennen: "Es gibt keinen Gott außer
dir!" (Sir 36,5).
Herzlich begrüße ich alle Pilger und Besucher aus
den Ländern deutscher Sprache. Vertraut in allen Lebenslagen der liebenden
Vorsehung Gottes und schöpft Kraft aus seinem Wort! Gerne erteile
ich euch und euren Lieben daheim sowie allen, die mit
uns über Radio Vatikan oder das Fernsehen verbunden sind, den
Apostolischen Segen.
ROM,
23. Januar 2002 (ZENIT.org).-Am Mittwochmorgen ist in Rom der
Großrektor der Salesianer, Pater Juan Edmundo Vecchi aus Argentinien nach
langer und schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren verstorben.
Er leitete die Ordenskongregation seit 1996.
Die Nachricht wurde von
seinem Vikar innerhalb der Salesianergesellschaft des heiligen Don Bosco, Pater
Luc Van Looy, bekannt gegeben. Er sagte auch, dass Pater
Vecchi seine Krankheit 19 Monate lang geduldig und bereitwillig ertragen
hatte.
Der achte Nachfolger des Don Giovanni Bosco und der
erste Nichtitaliener wurde am 23. Juni 1931 in Viedma in
Argentinien geboren. Seine Familie war aus Italien emigriert. Er war
ein Neffe von Artémides Zatti, eines Salesianerpriesters, der im April
vom Heiligen Vater seliggesprochen wird.
Die Salesianer gedenken seiner als
des Erneuerers der Jugendseelsorge. Über dieses Thema veröffentlichte er auch
zahlreiche Bücher und Traktate. Bekannt wurde er auch durch seine
"bemerkenswerten Leitungsqualitäten, sein Vermögen, wirklich zuzuhören und jeder Meinung Beachtung
zu schenken, durch seine Anregungen und Ansprüche an jeden einzelnen",
so die Internationale Nachrichtenagentur der Salesianer.
Derzeit gehören der salesianischen
Familie 17.000 Mitglieder und über 17.000 Töchter Mariens, Mutter der
Hilfe, in 128 Ländern an.
VATIKAN,
23. Januar 2002 (ZENIT.org-FIDES).- Wir weisen auf die
breite Berichterstattung hin, welche die vatikanische Missionsagentur FIDES den
Vorbereitungen auf den Weltgebetstag für den Frieden in vielen Ländern
der Welt widmet.
GAZZADA,
23. Januar 2002 (ZENIT.org).- Die Nachrichten aus Nigeria
über die Anwendung des islamischen Gesetzes in einigen Bundesstaaten und
über Urteile wie Steinigung von Frauen wegen "Ehebruchs" könnten vergessen
lassen, dass es dennoch einen Dialog zwischen Christen und Muslimen
gibt. Das teilte die nigerianische Bischofskonferenz mit.
Der mehrheitlich nicht
fundamentalistische Islam spielt in Nigeria für die demokratische Entwicklung und
den Frieden eine entscheidende Rolle, so Erzbischof John Olorunfemi von
Abuja.
Als Mitglied der internationalen ökumenischen Kommission "Glauben und Verfassung"
war er dieser Tage im oberitalienischen Gazzada, wo er auch
über dieses Thema sprach.
Sofort nach den Terroranschlägen am 11.
September wurde Nigeria von Unruhen zwischen Christen und Muslimen heimgesucht.
"Nun hat sich die Lage beruhigt, doch es wurde der
Justizminister umgebracht", so der Erzbischof.
Das nahm er zum Anlass,
die politische Übergangszeit zu analysieren: "Der Demokratisierungsprozess war nicht so
einfach, wie wir dachten. Es gab Widersprüche, denn die Mentalität
der politischen Klasse ist, obwohl sie alle gewählt wurden, immer
noch beeinflusst von der Militärdiktatur. Die Demokratisierung kam viel zu
schnell. Wir sind einfach nicht vorbereitet gewesen".
Die Bischofskonferenz hat
vehement die Steinigung von Safiya Husaini aufgrund ihrer Schwangerschaft verurteilt.
"Wir richten uns gegen die Scharia nicht nur, weil wir
Christen sind, sondern auch weil wir glauben, dass sie für
Nigeria nicht gut ist. Sie dürfte auch den Muslimen nicht
aufgezwungen werden. Wir sagen, als Nigerianer, ob Christ, ob Muslim,
hat jeder dieselben Rechte, die auch niemand leugnen kann, nicht
einmal im Namen der Religion", so der Bischof.
"Außerhalb des
Landes spricht man von Nigeria nur, wenn wir uns gegenseitig
die Köpfe einschlagen, nicht wenn wir in Frieden leben", sagt
Bischof Onaiyekan etwas verbittert. "Im Allgemeinen sind die Bedingungen
gut. Wir gehen derselben Arbeit nach, leben in denselben Vierteln.
In einigen Familien, so auch in meiner gibt es sowohl
Christen als auch Muslime. Auch haben wir ein Forum für
den christlich-muslimischen Dialog auf nationaler Ebene mit den Führern beider
Religionen, die vor drei Jahren gegründet wurde. Das Problem sind
nicht die Religionsführer, sondern die Fanatiker, welche die Gläubigen aufhetzen.
Und die Politiker nützen dies manchmal auf unverantwortliche Weise aus".
GOMA,
23. Januar 2002 (ZENIT.org).- Die in der Demokratischen
Republik Kongo tätigen religiösen Missionskommunitäten helfen den Opfern des Vulkanausbruches,
bei dem ein Teil der Stadt Goma von Lava bedeckt
wurde.
Derzeit zählt die Internationale Caritas zusammen mit der Caritas
von Goma die Menschen, die dabei obdachlos geworden sind, um
erste Hilfe zu leisten und die schlimmste Not abzuwenden, die
durch den Vulkanausbruch am 17. Januar entstanden ist.
Die Laienmissionarin
Antonina Lo Schiavo ist seit 30 Jahren im Kongo tätig
und 16 Jahre in Goma. Sie ist für die "Xaverianer"
tätig, und sagte, durch die Lavamassen, die alles mitgerissen haben,
sei Goma in zwei Hälften geteilt worden.
Das Ausmaß der
Schäden ist enorm. 80 Prozent der Häuser sind eingestürzt oder
sind schwer beschädigt. In der UNO sprach man von einer
"humanitären Katastrophe".
Die Zahl der Todesopfer kann nur schwerlich ergründet
werden. "man spricht von 150 Todesopfern, 80 Menschen starben bei
der Explosion einer Tankstelle, die gerade geplündert wurde. Ich glaube,
man kann noch keine genauen Angaben machen", so die Missionarin.
"Nach dem Ausbruch kommen die Menschen wieder in die Stadt
zurück, denn sie sagen, es sei besser, in ihrem Lande
zu sterben als in Ruanda, einem fremden Land".
"Hilfe ist
unterwegs. Wir bilden Personengruppen, die zur Verteilung zuständig sind und
versuchen Plündereungen und Schlägereien zu vermeiden".
Am UNO-Sitz in Genf
geht man davon aus, dass etwa 15 Millionen Dollar (16,7
Mio. €) für die Abwendung der größten Not gebraucht werden,
die in kurzer Zeit aufgebracht werden müssen, da es an
Nahrungsmitteln und Wasser fehlt und Infektionen drohen.
MÜNCHEN,
23. Januar 2002 (ZENIT.org-Kirche in Not).- Das internationale
Hilfswerk "Kirche in Not/Ostpriesterhilfe" hat eine Soforthilfe in Höhe von
20.000 Euro für die Opfer des Vulkanausbruchs im Kongo angekündigt.
"Wir folgen damit dem Aufruf von Papst Johannes Paul
II.", sagte der Geschäftsführer der deutschen Sektion von "Kirche in
Not", Klaus Wundlechner, in München. In der dem Katastrophengebiet benachbarten
ruandischen Erzdiözese Kigali habe die Kirche in sämtlichen Gottesdiensten des
letzten Sonntags die Gläubigen zu Nahrungsmittel-, Kleider-, und Geldspenden aufgerufen.
Die dort lebenden, selbst meist bitterarmen Christen helfen "Kirche in
Not" zufolge, so weit es ihnen möglich ist.
Wie das Hilfswerk
weiter bekannt gab, sei auch die Niederlassung des Schwestern-Ordens "Töchter
der Auferstehung" in Goma dem Ausbruch des Vulkans Nyiragongo zum
Opfer gefallen. Diesen Orden hat der Gründer von "Kirche in
Not/Ostpriesterhilfe", Pater Werenfried van Straaten, 1966 mit der vor einigen
Jahren verstorbenen belgischen Ordensfrau Mutter Hadewych gegründet, um den Menschen
in der Region zu helfen. Neben der Soforthilfe wird "Kirche
in Not" nach eigenen Angaben den Wiederaufbau zerstörter kirchlicher Einrichtungen
fördern.
AMMAN,
23. Januar 2002 (ZENIT.org-FIDES).- Der Bruder des verstorbenen
König Hussein von Jordanien, Prinz Hassan, gehört zu den wichtigsten
Persönlichkeiten, die dem Appell des Papstes gefolgt sind und am
interreligiösen Gebetstreffen in Assisi teilnehmen. Er wird Jordanien vertreten, dessen
rund 5 Millionen Einwohnern zum Großteil Muslime sind, doch wo
die Christen eine nicht unbedeutende Minderheit von 8 Prozent darstellen.
Während
im ganzen Nahen Osten der muslimische Fundamentalismus zunahm, gründete Prinz
Hassan in den 80er Jahren die Al-Bait-Stiftung, die Professoren, Religionsführern
und Politikern verschiedener religiöser Konfessionen Dialog und Austausch ermöglichen sollte.
Zu diesem Zweck veranstaltete die Al-Bait-Stiftung zahlreiche Begegnungen auf lokaler,
regionaler und internationaler Ebene. In einem Gespräch mit der vatikanischen
Missionsagentur Fides bekräftigte der stellvertretende Leiter der Al-Bait Foundation, Farouq
Jarar, dass das „Treffen in Assisi mit seinem interreligiösen und
internationalen Charakter", die Erfahrung des Dialogs in Jordanien fördern wird,
„wo einheimische Muslime und Christen unter religiösen und politischen Gesichtspunkten
harmonisch zusammenleben".
Der in Damaskus residierende melkitische Patriarch von Alexandria und
Jerusalem, Gregorious Laham, ermutigte Priester und Laien zur Teilnahme am
Gebetstreffen in Assisi. Nach Ansicht von P. Nabil Haddad aus
dem melkitisch-katholischen Klerus von Jordanien „ist der interreligiöse Dialog in
unserer Zeit von kolossaler Bedeutung". Wenige Tage nach den Attentaten
vom 11. September hatte P. Haddad in Amman eine Gebetswache
organisiert, an der Gläubige der griechisch-melkitischen katholischen, der orthodoxen und
der evangelischen Kirche sowie auch Vertreter des Islam teilnahmen.
„Alle Religionen,
die in Assisi vertreten sein werden", so P. Haddad gegenüber
Fides, „werden sich verpflichten, den Namen Gottes nicht mehr zur
Rechtfertigung und Billigung gewaltsamer Auseinandersetzungen zu nutzen. Zusammen mit dem
Heiligen Vater werden wir alle Gott um die Gnade des
Friedens bitten. Das Bemühen um die Ablehnung der Gewalt nähert
Religionen und Kulturen einander an. Im Unterschied zu 1986 und
1993 werden dieses Mal auch muslimische Delegationen aus dem Iran
und sogar der Patriarch Bartholomäus I. persönlich teilnehmen".
„Als jordanische Staatsbürger,
Christen und Muslime, freuen wir uns über die positiven Antworten
aus Saudi-Arabien, Pakistan, den Philippinen, dem Libanon, Ägypten, der Türkei,
Kasachstan und Jerusalem. Für uns Jordanier und für den gesamten
so sehr geprüften Nahen Osten ist diese zahlreiche Teilnahme ein
Zeichen der Hoffnung."
DAKAR,
23. Januar 2002 (ZENIT.org-FIDES).- Papst Johannes Paul II.
hat alle Bischöfe gebeten, sich am 24. Januar dem Gebet
für den Frieden anzuschließen. Aus Zeitmangel konnten die Bischöfe im
Senegal keine Veranstaltung auf nationaler Ebene organisieren, weshalb beschlossen wurde,
dass jeder Bischof in seiner Diözese zum Gebet aufrufen wird.
Die Bischöfe wollen den Tag des Gebets im Einklang mit
dem Papst den Beziehungen zu den anderen Glaubensgemeinschaften und insbesondere
zum Islam widmen.
Der im Namen der Diözese Dakar, in der
es im Senegal die größte Anzahl von muslimischen Gläubigen gibt,
für den interreligiösen Dialog verantwortliche Pfarrer Jacques Seck forderte auch
die Vertreter des Islam auf, an diesem Tag für den
Frieden zu beten. Viele Religionsführer erinnerten auch an das erste
interreligiöse Gebetstreffen in Assisi im Jahr 1986, als Kardinal Thiandoum
alle Religionsgemeinschaften zum gemeinsamen Gebet in der Kathedrale aufgerufen hatte,
und baten darum, diese Erfahrung wiederholen zu dürfen. Die Muslime
werden ihr Freitagsgebet am 25. Januar dem Anliegen des Papstes
widmen und an diesem Tag für den Frieden auf der
Welt beten. Auch in den anderen Diözesen wurden die muslimischen
Gläubigen und die Anhänger der afrikanischen Naturreligionen gebeten, sich dem
Gebet der christlichen Gläubigen für den Frieden anzuschließen.
Sérgine Abibou Tall
aus der muslimischen Tidiane Omarienne-Brüderschaft, die sich bereits dem Fasttag
am 14. Dezember angeschlossen hatte, bat die Imam der Gemeinschaft
die Botschaft des Papstes zu verlesen und zu kommentieren. Am
24. Januar soll zeitgleich mit dem Gebet des Papstes eine
religiöse Feier stattfinden. Auch am 25. Januar will man für
den Frieden und für den Papst, der als „Mann des
Dialogs und des Friedens" bezeichnet wird, beten.
Wie Christiane Johnson Agboton
im Namen der protestantischen Gläubigen, die größtenteils in Dakar leben,
bekanntgab, wird auch die protestantische Kirche im Senegal der Aufforderung
des Papstes nachkommen, indem man das Gebet für den Frieden
in die Gebetswoche für die Einheit der Christen integriert.
Die Attentate
vom 11. September 2001 haben sich nicht negativ auf die
Situation der in einem vorwiegend muslimischen Umfeld in der Minderheit
lebenden Christen im Senegal ausgewirkt: „Kein senegalesischer Staatsbürger oder ausländischer
Gast sollte sich hier in Gefahr fühlen", ließen die Behörden
des Landes wissen.
BERLIN,
23. Januar 2002 (ZENIT.org-schoenstatt.de).- Am Mittwoch hat der
Bundestagsfraktionsvorsitzende der CDU/CSU Friedrich Merz in Berlin 75.000 Unterschriften der
Initiative zum Schutz menschlicher Embryonen entgegengenommen. Vierzehn geistliche Gemeinschaften, Verbände
und Organisationen hatten sich in diesem Anliegen in einer deutschlandweiten
Unterschriftenaktion zusammengetan. Das große Medieninteresse zeigte, dass auch der Zeitpunkt
der Übergabe eine Woche vor der Debatte im Bundestag günstig
gewählt war.
"Wir sind Ihnen dankbar für dieses eindrucksvolle Zeichen der
Unterschriftenaktion, das uns zeigt, wie große Teile der Bevölkerung in
Deutschland zu diesem Thema denken", sagte Merz. "Mensch von Anfang
an" war das Motto und die Grundüberzeugung der drei Hauptinitiatoren:
der Schönstatt-Bewegung, der Gemeinschaft Brot des Lebens und der Fokular-Bewegung.
"Hinter unserer Aktion steht kein großer Organisationsapparat. Wir haben uns
zusammengetan, weil wir uns der Verantwortung besonders unseren Kindern gegenüber
bewusst sind. Wir möchten sicher sein, dass das Leben des
Menschen vom ersten Augenblick geschützt ist, um unseren Kindern eine
menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen." sagte Peter Fischer von der Schönstatt-Bewegung
in einem Kommuniqué der Organisation.
"Hinter jeder Unterschrift steht
ein Mensch, der sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, stehen
viele Gespräche, die für das Thema Lebensschutz von Anfang an
sensibilisiert haben." Ursula Dörpinghaus von der Fokular-Bewegung erläutert so die
Entstehung der Initiative. Wilhelm Knoche, der derselben Bewegung angehört, ergänzt:
"Wir haben bewusst einen Text verfasst, in dem wir unsere
Überzeugung zwar klar formulieren, mit dem sich aber auch Menschen
identifizieren können, die sich nicht zur katholischen Kirche oder zum
Christentum zählen."
KABUL,
24. Januar 2002 (ZENIT.org).- Nach neun Jahren Bekenntnisverbot für
alle nichtislamischen Religionen kehrt der christliche Kult nach Afghanistan zurück.
Die heilige Eucharistie wird am Sonntagnachmittags in der Kapelle der
italienischen Botschaft von Kabul gefeiert. Es ist die einzige christliche
Kirche in Afghanistan. Zelebrant wird der Franziskanerpater Ivan Lai sein.
Er ist zugleich Militärdekan für das in Afghanistan stationierte italienische
Truppenkontingent.
Die Messe ist für alle zugänglich, seien es Soldaten
der multinationalen Truppen, seien es Christen und Menschen aus dem
Westen, die sich in Kabul befinden.
ZÜRICH,
23. Januar 2002 (ZENIT.org-http://www.kath.ch/sbk-ces-cvs).- Am 3. März werden
die Schweizer in einem Referendum darüber abstimmen, ob ihr Land
nun voll und ganz der UNO beitritt und den "Beobachterstatus"
aufgibt. In der Folge veröffentlichen wir die am Montag erfolgte
Erklärung der katholischen Bischöfe in der Schweiz:
Am 3. März wird
das Schweizervolk zur Urne gerufen, um über den Beitritt der
Schweiz zur UNO zu entscheiden. Wie wir bereits mehrfach dargelegt
haben (1), empfehlen wir Bischöfe diesen Beitritt nachdrücklich. Bei all
ihren Unvollkommenheiten bleibt die UNO gegenwärtig das wirksamste Instrument zur
Wahrung und Herstellung des Weltfriedens und zur Förderung der Gerechtigkeit
unter den Völkern, sowie auch zur Lösung der grossen ökologischen
und anderen Menschheitsaufgaben.
Bei dieser Empfehlung wissen wir uns mit dem
gesamtkirchlichen Lehramt einig. Von Johannes XXIII. über Paul VI. bis
zu Johannes Paul II. haben die Päpste in ihren Sozialenzykliken
und durch wiederholte Botschaften an die Vollversammlung das Wirken der
UNO immer wieder anerkannt und unterstützt. Auch das Konzil hat
mit Nachdruck die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen empfohlen und alle
Gläubigen aufgefordert, « im Bewusstsein ihrer menschlichen und christlichen Verantwortung
in ihrem eigenen Lebensbereich daran mitzuwirken, den Wunsch zu tatkräftiger
Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft zu wecken » (2). Sechs
Jahre später empfahl die II. Allgemeine Bischofssynode : « Die
Vereinten Nationen, die sich gemäss ihrem satzungsmässigen Ziel um den
Beitritt aller Nationen zu bemühen haben, wie auch die internationalen
Institutionen sind zu unterstützen » (3). Schliesslich stellt der Katechismus
der Katholischen Kirche fest, dass das umfassende allgemeine Wohl von
der Einheit der Menschheitsfamilie ausgeht und nach einer Organisation der
Gemeinschaft der Nationen verlangt, die fähig ist, den verschiedenen Bedürfnissen
der Menschen gerecht zu werden,… » (4).
Heute haben nur noch
der Vatikanstaat und die Schweiz Beobachterstatus innerhalb der UNO. In
seiner Ansprache vor der UNO-Vollversammlung hat Papst Johannes Paul II.
schon 1979 erklärt, warum der Vatikan wegen seiner rein geistlichen
Aufgabe nicht Vollmitglied werden kann. Für die Schweiz gilt diese
Einschränkung nicht. Sie ist ein vollwertiger, eigenständiger Staat und durchaus
in der Lage, an der Gemeinschaft der Nationen teilzunehmen. Sie
würde ausserdem ihre humanitäre Tradition verletzen, wenn sie sich weigert,
die Entscheidungen der UNO mitzubestimmen. « Ja, „weitet eure Grenzen
nicht zu weit aus“, doch zögert auch nicht, über sie
hinaus zu blicken, kümmert euch um die Sorgen und Nöte
anderer Völker und bietet über eure Grenzen hinaus eine helfende
Hand an », dazu rief Papst Johannes Paul II am
14. Juni 1984 auf dem Flüeli auf und verwies damit
auf Bruder Klaus.
Auch unsere Neutralität darf kein Hinderungsgrund gegen die
UNO-Mitgliedschaft der Schweiz sein. Als die UNO in ihren Anfängen
noch als Vereinigung der Siegermächte verstanden werden konnte, war dieser
Einwand plausibel. Jetzt, wo die UNO alle souveränen Staaten der
Welt in sich vereinigt, bedeutet das Neutralitätsargument nur noch Abkapselung.
Sicherheit und Wohlstand der Schweizer Bevölkerung hängen immer weniger nur
davon ab, was ein kleiner Staat umsetzen und bewirken kann,
dafür aber in immer stärkerem Masse davon, was die Weltgemeinschaft
für den Frieden und die Umwelt tut (5).
So wie die
Dinge heute stehen, ist die Frage nicht mehr, ob die
Schweiz der UNO beitreten soll oder nicht, sondern ob sie
es sich immer noch leisten kann, als einzige Nation der
UNO fernzubleiben.
Freiburg, 21. Januar 2002
(1) Vgl. Auch unsere
Stellungnahme vom 8. September 2000 anlässlich der Anfrage durch den
Bundesrat (http://www.kath.ch/sbk-ces-cvs/f/documents/prise-de-pos/oo4.htm), das von Mgr Amédée Grab OSB und Pfarrer
Thomas Wipf unterzeichnete Vorwort zur Broschüre „Die Kirchen und die
UNO“ von Justitia et Pax und dem Institut für Sozialethik
des SEK, sowie das Pressekommunique von der 254. Versammlung der
SBK vom 6. Dezember 2001
(2) Gaudium et Spes, Dezember 1965,
Nr. 89 § 2.
(3) Bischofssynode, Zweite Generalversammlung, November 1971, Nr.
68.
(4) Katechismus der Katholischen Kirche, Oktober 1998, n. 1911.
(5) Vgl.
Wort der Kirchen „Miteinander in die Zukunft“, Schweizer Bischofskonferenz und
Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds, Bern im September 2001, Nr.
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