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Die Welt von Rom aus gesehen

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23. Januar 2002

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Vatikan
Johannes Paul II. fordert Religionsfreiheit für Vietnam
Meditation des Papstes über die göttliche Gerechtigkeit im Buche Jesus Sirach
Auf Deutsch gesprochene Worte des Heiligen Vaters
Großrektor der Salesianer verstorben
Weltgebetstag für den Frieden in der Welt bei "Fides" im Internet

Welt
Nigeria: Muslime und Christen arbeiten zusammen
Kongo: Missionare betreuen Opfer der Vulkankatastrophe von Goma
"Kirche in Not" kündigt Soforthilfe für Vulkanopfer im Kongo an

Sonderbericht
Prinz Hassan von Jordanien nimmt am Friedenstreffen in Assisi teil
Senegal: Am 24. Januar werden sich alle Diözesen dem Gebet des Papstes anschließen

Gesellschaft
Embryonenschutzinitiative überreicht 75.000 Unterschriften

Kurzberichte
Heilige Messe kehrt in die einzige Kirche Afghanistans zurück

Dokumente
Stellungnahme der Schweizer Bischöfe zur Abstimmung über UNO-Beitritt





Vatikan


Johannes Paul II. fordert Religionsfreiheit für Vietnam
Ad limina-Besuch vietnamesischer Bischöfe

VATIKAN, 23. Januar 2002 (ZENIT.org).- "Religionsfreiheit" für die Katholiken in Vietnam, so lautete am Dienstag die Forderung des Papstes bei seiner Ansprache vor den Bischöfen dieses kommunistischen Landes.

"Um eine gesunde Zusammenarbeit mit dem Staat zu erlangen, erwartet sich die Kirche von der politischen Kommunität absoluten Respekt vor ihrer Unabhängigkeit und Autonomie".

Für diesen alle fünf Jahre sich wiederholenden ad limina-Besuch machte das Regime keine Probleme. Insgesamt 26 Bischöfe und zwei Priester durften nach Rom reisen. Vor fünf Jahren konnten nur 14 nach Rom kommen, um den Papst zu sehen.

Sie repräsentieren laut offizieller Statistiken 5,3 Millionen vietnamesische Katholiken (laut Fides sind es 7 Millionen) bei einer Gesamtbevölkerung von 79 Millionen.

Im Namen der Bischöfe sprach der Vorsitzende der vietnamesischen Bischofskonferenz, Bischof Paul Nguyen Hòa von Nha Trang zum Papst. Vietnam sei im Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft, von Isolation zur Integration in die Weltgemeinschaft.

Bei diesem Erneuerungsprozess "kommt die Kirche noch nicht in den vollen Genuss aller notwendigen Freiheiten".

Am 15. dieses Monats teilte die Missionsagentur Fides mit, dass es dort "eine starke Kontrolle der Bischofsernennungen (die beiden Diözesen Hai Phong und Hung Hoa sind vakant) und Priesteramtskandidaten, der seelsorglichen Tätigkeit der Priester und der Möglichkeit neuer Ordensnoviziate sowie die Kontakte mit der Außenwelt gebe".

Der Heilige Vater sagte vor den Bischöfen, die Kirche dürfe "in keiner Weise mit der politischen Kommunität verwechselt werden und sei auch an kein politisches System gebunden".

"Daher sind politische Kommunität und Kirche unabhängig voneinander und autonom bei den ihnen vorbehaltenen Ernennungen".

1999 wollte der Papst Vietnam besuchen, wozu es aber nicht kam. Weiter sagte er, dass dies nicht bedeute, dass es keine "gesunde Zusammenarbeit" geben dürfe zwischen Kirche und Staat, in deren Namen die Christen aufgefordert sind, sich "loyal zu engagieren für das Wachstum und den Aufbau einer gerechten, solidarischen und gleichen Gesellschaft".

Die Kirche "verlangt bestimmt nicht, die Verantwortlichen der Nation und die individuelle oder kollektive Aktion der Personen zu ersetzen. Sie wünscht nur, ihre spezifische Mission ausführen zu können: die menschliche und spirituelle Entwicklung der Individuen, indem sie dem Menschen das göttliche Leben mitteilt und die Würde der menschlichen Person veredelt".

Die Religionsfreiheit betreffe nicht nur die Person, sondern auch die Religionsgemeinschaften, die frei sein müssen, um "sich autonom zu leiten, uneingeschränkt den öffentlichen Kult zu begehen, öffentlich ihren Glauben zu lehren und schriftlich oder mündlich zu bezeugen, ihre Mitglieder im religiösen Leben zu unterstützen, ihre eigenen Priester auszuwählen, auszubilden, zu ernennen und zu ersetzen, die einzigartige Kraft ihrer Soziallehre zu manifestieren und Initiativen im Bereich Bildung, Kultur, Barmherzigkeit und Gesellschaft zu fördern".


ZG02012301

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Meditation des Papstes über die göttliche Gerechtigkeit im Buche Jesus Sirach
Audienz

VATIKAN, 23. Januar 2002 (ZENIT.org).- Gott "stellt sich auf die Seite der Opfer" von Gewalt und Unterdrückung und erzeugt im Bösen einen Schauder, der ihn zur Umkehr bewegt", so der Heilige Vater am Mittwoch.

Vor etwa 4.000 Pilgern in der vatikanischen Audienzhalle sprach der Papst bei der traditionellen Mittwochsaudienz über das Canticum eines jüdischen Weisen, Jesus Sirach, der zwischen 190 und 180 vor Christus gelebt und die göttliche Weisheit wunderschön beschrieben hat.

"Der Gott der Bibel bleibt angesichts des Bösen nicht gleichgültig. Wenn auch seine Wege nicht unsere Wege sind und seine Zeiten und Vorhaben von den Unsrigen verschieden sind, so stellt er sich doch auf die Seite der Opfer und offenbart sich als strenger Richter der Gewalttätigen und Unterdrücker, jener, die triumphieren, ohne die Frömmigkeit zu kennen".

"Doch sein Eingreifen sucht nicht Zerstörung", so der Papst bei seiner Meditation, die Emond Dates, den Grafen von Monte Cristo von Alexandre Dumas begeistert hätte.

"Durch die Offenbarung seiner Macht und seiner Treue in der Liebe, kann er auch im Gewissen des Bösen einen Schauder erzeugen, der ihn zur Umkehr bringt", stellte der Papst fest.

Auf diese Weise setzte der Heilige Vater seine Mittwochskatechese fort, bei der er über Psalmen und Cantica des Alten Testamentes meditiert, die Eingang in das Stundengebet der Kirche gefunden haben.

Bei der Generalaudienz am Mittwoch wählte der Papst eine Perikope aus dem Buch Jesus Sirach aus (36, 1-5, 10-13). Dieses Buch wird in der lateinischen Bibel als "liber Ecclesiasticus" bezeichnet, denn die Bibel offenbart sich als ein Dialog zwischen Gott und der Menschheit, eine Begegnung, die durch das göttliche Wort, die Gnade und die Liebe besiegelt wird.

Es handelt sich dabei um einen Flehruf, auf dass Gott für Israel gegen die fremden Nationen eingreife, die es bedrängen. In der Vergangenheit zeigte Gott seine Heiligkeit dadurch, dass er die Schuld seines Volkes bestrafte, indem er es seinen Feinden überließ. Nun bittet der Gläubige Gott, er möge seine Größe offenbaren, indem er die Herrschsüchtigkeit seiner Unterdrücker unterdrücke und so eine neue messianische Ära einleite.

"Im gewissen Sinne kann man das als ein Gebetsmodell betrachten, auf das man in Zeiten der Verfolgung und Unterdrückung zurückgreifen kann. So geschah es auch damals zur Zeit des Autors unter der harten und strengen Herrschaft der fremden Syrohellenen".

"In der Bibel mündet die Klage der Leidenden niemals in Verzweiflung , sondern ist immer zur Hoffnung hin offen. Sie gründet auf der Sicherheit, dass der Herr seine Kinder niemals verlässt".

"Seit Ewigkeit ist es Gott ein Anliegen gewesen, alle seine Geschöpfe zu lieben und zu retten, die dazu berufen sind, zu seinem Volk zu werden", sagte der Heilige Vater abschließend. Und das hat Jesus Christus verwirklicht.

ZG02012302

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Auf Deutsch gesprochene Worte des Heiligen Vaters


VATIKAN, 23. Januar 2002 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Worte, die der Heilige Vater in deutscher Sprache gesprochen hat:

Liebe Schwestern und Brüder!

Der Psalter ist das Gebetbuch des Volkes Gottes schlechthin. Daneben finden wir in den Büchern des Alten Testaments eine Reihe weiterer Lieder, Psalmen, Gebete und Anrufungen. In verschiedenen Lebenssituationen sind sie die gläubige Antwort des Menschen auf Gottes Heilszusage.

Der heutige Text aus dem Buch Jesus Sirach ist eine Anrufung der Macht und Größe Gottes. Der Beter weiß: Nur Gott allein kann die Not wenden und aus der Bedrängnis befreien. Er ist der Richter und ihm gehört der Sieg. Im Vertrauen auf Gottes gütiges Eingreifen bringt der betende Mensch seine Hoffnung ins Wort: Alle sollen erkennen: "Es gibt keinen Gott außer dir!" (Sir 36,5).

Herzlich begrüße ich alle Pilger und Besucher aus den Ländern deutscher Sprache. Vertraut in allen Lebenslagen der liebenden Vorsehung Gottes und schöpft Kraft aus seinem Wort! Gerne erteile ich euch und euren Lieben daheim sowie allen, die mit uns über Radio Vatikan oder das Fernsehen verbunden sind, den Apostolischen Segen.

[Originalsprache: Deutsch]


ZG02012309

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Großrektor der Salesianer verstorben
Juan Edmundo Vecchi aus Argentinien litt an einer langwierigen Krankheit

ROM, 23. Januar 2002 (ZENIT.org).-Am Mittwochmorgen ist in Rom der Großrektor der Salesianer, Pater Juan Edmundo Vecchi aus Argentinien nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren verstorben. Er leitete die Ordenskongregation seit 1996.

Die Nachricht wurde von seinem Vikar innerhalb der Salesianergesellschaft des heiligen Don Bosco, Pater Luc Van Looy, bekannt gegeben. Er sagte auch, dass Pater Vecchi seine Krankheit 19 Monate lang geduldig und bereitwillig ertragen hatte.

Der achte Nachfolger des Don Giovanni Bosco und der erste Nichtitaliener wurde am 23. Juni 1931 in Viedma in Argentinien geboren. Seine Familie war aus Italien emigriert. Er war ein Neffe von Artémides Zatti, eines Salesianerpriesters, der im April vom Heiligen Vater seliggesprochen wird.

Die Salesianer gedenken seiner als des Erneuerers der Jugendseelsorge. Über dieses Thema veröffentlichte er auch zahlreiche Bücher und Traktate. Bekannt wurde er auch durch seine "bemerkenswerten Leitungsqualitäten, sein Vermögen, wirklich zuzuhören und jeder Meinung Beachtung zu schenken, durch seine Anregungen und Ansprüche an jeden einzelnen", so die Internationale Nachrichtenagentur der Salesianer.

Derzeit gehören der salesianischen Familie 17.000 Mitglieder und über 17.000 Töchter Mariens, Mutter der Hilfe, in 128 Ländern an.



ZG02012303

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Weltgebetstag für den Frieden in der Welt bei "Fides" im Internet


VATIKAN, 23. Januar 2002 (ZENIT.org-FIDES).- Wir weisen auf die breite Berichterstattung hin, welche die vatikanische Missionsagentur FIDES den Vorbereitungen auf den Weltgebetstag für den Frieden in vielen Ländern der Welt widmet.

ZG02012310

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Welt


Nigeria: Muslime und Christen arbeiten zusammen
Vorsitzender der Bischofskonferenz erklärt die Lage im Lande

GAZZADA, 23. Januar 2002 (ZENIT.org).- Die Nachrichten aus Nigeria über die Anwendung des islamischen Gesetzes in einigen Bundesstaaten und über Urteile wie Steinigung von Frauen wegen "Ehebruchs" könnten vergessen lassen, dass es dennoch einen Dialog zwischen Christen und Muslimen gibt. Das teilte die nigerianische Bischofskonferenz mit.

Der mehrheitlich nicht fundamentalistische Islam spielt in Nigeria für die demokratische Entwicklung und den Frieden eine entscheidende Rolle, so Erzbischof John Olorunfemi von Abuja.

Als Mitglied der internationalen ökumenischen Kommission "Glauben und Verfassung" war er dieser Tage im oberitalienischen Gazzada, wo er auch über dieses Thema sprach.

Sofort nach den Terroranschlägen am 11. September wurde Nigeria von Unruhen zwischen Christen und Muslimen heimgesucht. "Nun hat sich die Lage beruhigt, doch es wurde der Justizminister umgebracht", so der Erzbischof.

Das nahm er zum Anlass, die politische Übergangszeit zu analysieren: "Der Demokratisierungsprozess war nicht so einfach, wie wir dachten. Es gab Widersprüche, denn die Mentalität der politischen Klasse ist, obwohl sie alle gewählt wurden, immer noch beeinflusst von der Militärdiktatur. Die Demokratisierung kam viel zu schnell. Wir sind einfach nicht vorbereitet gewesen".

Die Bischofskonferenz hat vehement die Steinigung von Safiya Husaini aufgrund ihrer Schwangerschaft verurteilt.

"Wir richten uns gegen die Scharia nicht nur, weil wir Christen sind, sondern auch weil wir glauben, dass sie für Nigeria nicht gut ist. Sie dürfte auch den Muslimen nicht aufgezwungen werden. Wir sagen, als Nigerianer, ob Christ, ob Muslim, hat jeder dieselben Rechte, die auch niemand leugnen kann, nicht einmal im Namen der Religion", so der Bischof.

"Außerhalb des Landes spricht man von Nigeria nur, wenn wir uns gegenseitig die Köpfe einschlagen, nicht wenn wir in Frieden leben", sagt Bischof Onaiyekan etwas verbittert. "Im Allgemeinen sind die Bedingungen gut. Wir gehen derselben Arbeit nach, leben in denselben Vierteln. In einigen Familien, so auch in meiner gibt es sowohl Christen als auch Muslime. Auch haben wir ein Forum für den christlich-muslimischen Dialog auf nationaler Ebene mit den Führern beider Religionen, die vor drei Jahren gegründet wurde. Das Problem sind nicht die Religionsführer, sondern die Fanatiker, welche die Gläubigen aufhetzen. Und die Politiker nützen dies manchmal auf unverantwortliche Weise aus".


ZG02012305

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Kongo: Missionare betreuen Opfer der Vulkankatastrophe von Goma
Internationale Caritas mobilisiert, UNO bittet um 15 Millionen Dollar

GOMA, 23. Januar 2002 (ZENIT.org).- Die in der Demokratischen Republik Kongo tätigen religiösen Missionskommunitäten helfen den Opfern des Vulkanausbruches, bei dem ein Teil der Stadt Goma von Lava bedeckt wurde.

Derzeit zählt die Internationale Caritas zusammen mit der Caritas von Goma die Menschen, die dabei obdachlos geworden sind, um erste Hilfe zu leisten und die schlimmste Not abzuwenden, die durch den Vulkanausbruch am 17. Januar entstanden ist.

Die Laienmissionarin Antonina Lo Schiavo ist seit 30 Jahren im Kongo tätig und 16 Jahre in Goma. Sie ist für die "Xaverianer" tätig, und sagte, durch die Lavamassen, die alles mitgerissen haben, sei Goma in zwei Hälften geteilt worden.

Das Ausmaß der Schäden ist enorm. 80 Prozent der Häuser sind eingestürzt oder sind schwer beschädigt. In der UNO sprach man von einer "humanitären Katastrophe".

Die Zahl der Todesopfer kann nur schwerlich ergründet werden. "man spricht von 150 Todesopfern, 80 Menschen starben bei der Explosion einer Tankstelle, die gerade geplündert wurde. Ich glaube, man kann noch keine genauen Angaben machen", so die Missionarin.

"Nach dem Ausbruch kommen die Menschen wieder in die Stadt zurück, denn sie sagen, es sei besser, in ihrem Lande zu sterben als in Ruanda, einem fremden Land".

"Hilfe ist unterwegs. Wir bilden Personengruppen, die zur Verteilung zuständig sind und versuchen Plündereungen und Schlägereien zu vermeiden".

Am UNO-Sitz in Genf geht man davon aus, dass etwa 15 Millionen Dollar (16,7 Mio. €) für die Abwendung der größten Not gebraucht werden, die in kurzer Zeit aufgebracht werden müssen, da es an Nahrungsmitteln und Wasser fehlt und Infektionen drohen.



ZG02012304

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"Kirche in Not" kündigt Soforthilfe für Vulkanopfer im Kongo an


MÜNCHEN, 23. Januar 2002 (ZENIT.org-Kirche in Not).- Das internationale Hilfswerk "Kirche in Not/Ostpriesterhilfe" hat eine Soforthilfe in Höhe von 20.000 Euro für die Opfer des Vulkanausbruchs im Kongo angekündigt. "Wir folgen damit dem Aufruf von Papst Johannes Paul II.", sagte der Geschäftsführer der deutschen Sektion von "Kirche in Not", Klaus Wundlechner, in München. In der dem Katastrophengebiet benachbarten ruandischen Erzdiözese Kigali habe die Kirche in sämtlichen Gottesdiensten des letzten Sonntags die Gläubigen zu Nahrungsmittel-, Kleider-, und Geldspenden aufgerufen. Die dort lebenden, selbst meist bitterarmen Christen helfen "Kirche in Not" zufolge, so weit es ihnen möglich ist.

Wie das Hilfswerk weiter bekannt gab, sei auch die Niederlassung des Schwestern-Ordens "Töchter der Auferstehung" in Goma dem Ausbruch des Vulkans Nyiragongo zum Opfer gefallen. Diesen Orden hat der Gründer von "Kirche in Not/Ostpriesterhilfe", Pater Werenfried van Straaten, 1966 mit der vor einigen Jahren verstorbenen belgischen Ordensfrau Mutter Hadewych gegründet, um den Menschen in der Region zu helfen. Neben der Soforthilfe wird "Kirche in Not" nach eigenen Angaben den Wiederaufbau zerstörter kirchlicher Einrichtungen fördern.


ZG02012307

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Sonderbericht


Prinz Hassan von Jordanien nimmt am Friedenstreffen in Assisi teil
Die Aktivitäten des Prinzen und der Frieden im Nahen Osten

AMMAN, 23. Januar 2002 (ZENIT.org-FIDES).- Der Bruder des verstorbenen König Hussein von Jordanien, Prinz Hassan, gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten, die dem Appell des Papstes gefolgt sind und am interreligiösen Gebetstreffen in Assisi teilnehmen. Er wird Jordanien vertreten, dessen rund 5 Millionen Einwohnern zum Großteil Muslime sind, doch wo die Christen eine nicht unbedeutende Minderheit von 8 Prozent darstellen.

Während im ganzen Nahen Osten der muslimische Fundamentalismus zunahm, gründete Prinz Hassan in den 80er Jahren die Al-Bait-Stiftung, die Professoren, Religionsführern und Politikern verschiedener religiöser Konfessionen Dialog und Austausch ermöglichen sollte. Zu diesem Zweck veranstaltete die Al-Bait-Stiftung zahlreiche Begegnungen auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene. In einem Gespräch mit der vatikanischen Missionsagentur Fides bekräftigte der stellvertretende Leiter der Al-Bait Foundation, Farouq Jarar, dass das „Treffen in Assisi mit seinem interreligiösen und internationalen Charakter", die Erfahrung des Dialogs in Jordanien fördern wird, „wo einheimische Muslime und Christen unter religiösen und politischen Gesichtspunkten harmonisch zusammenleben".

Der in Damaskus residierende melkitische Patriarch von Alexandria und Jerusalem, Gregorious Laham, ermutigte Priester und Laien zur Teilnahme am Gebetstreffen in Assisi. Nach Ansicht von P. Nabil Haddad aus dem melkitisch-katholischen Klerus von Jordanien „ist der interreligiöse Dialog in unserer Zeit von kolossaler Bedeutung". Wenige Tage nach den Attentaten vom 11. September hatte P. Haddad in Amman eine Gebetswache organisiert, an der Gläubige der griechisch-melkitischen katholischen, der orthodoxen und der evangelischen Kirche sowie auch Vertreter des Islam teilnahmen.

„Alle Religionen, die in Assisi vertreten sein werden", so P. Haddad gegenüber Fides, „werden sich verpflichten, den Namen Gottes nicht mehr zur Rechtfertigung und Billigung gewaltsamer Auseinandersetzungen zu nutzen. Zusammen mit dem Heiligen Vater werden wir alle Gott um die Gnade des Friedens bitten. Das Bemühen um die Ablehnung der Gewalt nähert Religionen und Kulturen einander an. Im Unterschied zu 1986 und 1993 werden dieses Mal auch muslimische Delegationen aus dem Iran und sogar der Patriarch Bartholomäus I. persönlich teilnehmen".

„Als jordanische Staatsbürger, Christen und Muslime, freuen wir uns über die positiven Antworten aus Saudi-Arabien, Pakistan, den Philippinen, dem Libanon, Ägypten, der Türkei, Kasachstan und Jerusalem. Für uns Jordanier und für den gesamten so sehr geprüften Nahen Osten ist diese zahlreiche Teilnahme ein Zeichen der Hoffnung."



ZG02012311

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Senegal: Am 24. Januar werden sich alle Diözesen dem Gebet des Papstes anschließen
Auch Muslime und Anhänger von Naturreligionen werden für den Frieden beten

DAKAR, 23. Januar 2002 (ZENIT.org-FIDES).- Papst Johannes Paul II. hat alle Bischöfe gebeten, sich am 24. Januar dem Gebet für den Frieden anzuschließen. Aus Zeitmangel konnten die Bischöfe im Senegal keine Veranstaltung auf nationaler Ebene organisieren, weshalb beschlossen wurde, dass jeder Bischof in seiner Diözese zum Gebet aufrufen wird. Die Bischöfe wollen den Tag des Gebets im Einklang mit dem Papst den Beziehungen zu den anderen Glaubensgemeinschaften und insbesondere zum Islam widmen.

Der im Namen der Diözese Dakar, in der es im Senegal die größte Anzahl von muslimischen Gläubigen gibt, für den interreligiösen Dialog verantwortliche Pfarrer Jacques Seck forderte auch die Vertreter des Islam auf, an diesem Tag für den Frieden zu beten. Viele Religionsführer erinnerten auch an das erste interreligiöse Gebetstreffen in Assisi im Jahr 1986, als Kardinal Thiandoum alle Religionsgemeinschaften zum gemeinsamen Gebet in der Kathedrale aufgerufen hatte, und baten darum, diese Erfahrung wiederholen zu dürfen. Die Muslime werden ihr Freitagsgebet am 25. Januar dem Anliegen des Papstes widmen und an diesem Tag für den Frieden auf der Welt beten. Auch in den anderen Diözesen wurden die muslimischen Gläubigen und die Anhänger der afrikanischen Naturreligionen gebeten, sich dem Gebet der christlichen Gläubigen für den Frieden anzuschließen.

Sérgine Abibou Tall aus der muslimischen Tidiane Omarienne-Brüderschaft, die sich bereits dem Fasttag am 14. Dezember angeschlossen hatte, bat die Imam der Gemeinschaft die Botschaft des Papstes zu verlesen und zu kommentieren. Am 24. Januar soll zeitgleich mit dem Gebet des Papstes eine religiöse Feier stattfinden. Auch am 25. Januar will man für den Frieden und für den Papst, der als „Mann des Dialogs und des Friedens" bezeichnet wird, beten.

Wie Christiane Johnson Agboton im Namen der protestantischen Gläubigen, die größtenteils in Dakar leben, bekanntgab, wird auch die protestantische Kirche im Senegal der Aufforderung des Papstes nachkommen, indem man das Gebet für den Frieden in die Gebetswoche für die Einheit der Christen integriert.

Die Attentate vom 11. September 2001 haben sich nicht negativ auf die Situation der in einem vorwiegend muslimischen Umfeld in der Minderheit lebenden Christen im Senegal ausgewirkt: „Kein senegalesischer Staatsbürger oder ausländischer Gast sollte sich hier in Gefahr fühlen", ließen die Behörden des Landes wissen.

ZG02012312

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Gesellschaft


Embryonenschutzinitiative überreicht 75.000 Unterschriften
Friedrich Merz dankt Organisatoren für Engagement zum Schutz des menschlichen Lebens

BERLIN, 23. Januar 2002 (ZENIT.org-schoenstatt.de).- Am Mittwoch hat der Bundestagsfraktionsvorsitzende der CDU/CSU Friedrich Merz in Berlin 75.000 Unterschriften der Initiative zum Schutz menschlicher Embryonen entgegengenommen. Vierzehn geistliche Gemeinschaften, Verbände und Organisationen hatten sich in diesem Anliegen in einer deutschlandweiten Unterschriftenaktion zusammengetan. Das große Medieninteresse zeigte, dass auch der Zeitpunkt der Übergabe eine Woche vor der Debatte im Bundestag günstig gewählt war.

"Wir sind Ihnen dankbar für dieses eindrucksvolle Zeichen der Unterschriftenaktion, das uns zeigt, wie große Teile der Bevölkerung in Deutschland zu diesem Thema denken", sagte Merz.
"Mensch von Anfang an" war das Motto und die Grundüberzeugung der drei Hauptinitiatoren: der Schönstatt-Bewegung, der Gemeinschaft Brot des Lebens und der Fokular-Bewegung. "Hinter unserer Aktion steht kein großer Organisationsapparat. Wir haben uns zusammengetan, weil wir uns der Verantwortung besonders unseren Kindern gegenüber bewusst sind. Wir möchten sicher sein, dass das Leben des Menschen vom ersten Augenblick geschützt ist, um unseren Kindern eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen." sagte Peter Fischer von der Schönstatt-Bewegung in einem Kommuniqué der Organisation.

"Hinter jeder Unterschrift steht ein Mensch, der sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, stehen viele Gespräche, die für das Thema Lebensschutz von Anfang an sensibilisiert haben." Ursula Dörpinghaus von der Fokular-Bewegung erläutert so die Entstehung der Initiative. Wilhelm Knoche, der derselben Bewegung angehört, ergänzt: "Wir haben bewusst einen Text verfasst, in dem wir unsere Überzeugung zwar klar formulieren, mit dem sich aber auch Menschen identifizieren können, die sich nicht zur katholischen Kirche oder zum Christentum zählen."



ZG02012306

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Kurzberichte


Heilige Messe kehrt in die einzige Kirche Afghanistans zurück


KABUL, 24. Januar 2002 (ZENIT.org).- Nach neun Jahren Bekenntnisverbot für alle nichtislamischen Religionen kehrt der christliche Kult nach Afghanistan zurück.

Die heilige Eucharistie wird am Sonntagnachmittags in der Kapelle der italienischen Botschaft von Kabul gefeiert. Es ist die einzige christliche Kirche in Afghanistan. Zelebrant wird der Franziskanerpater Ivan Lai sein. Er ist zugleich Militärdekan für das in Afghanistan stationierte italienische Truppenkontingent.

Die Messe ist für alle zugänglich, seien es Soldaten der multinationalen Truppen, seien es Christen und Menschen aus dem Westen, die sich in Kabul befinden.


ZG02012308

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Dokumente


Stellungnahme der Schweizer Bischöfe zur Abstimmung über UNO-Beitritt


ZÜRICH, 23. Januar 2002 (ZENIT.org-http://www.kath.ch/sbk-ces-cvs).- Am 3. März werden die Schweizer in einem Referendum darüber abstimmen, ob ihr Land nun voll und ganz der UNO beitritt und den "Beobachterstatus" aufgibt. In der Folge veröffentlichen wir die am Montag erfolgte Erklärung der katholischen Bischöfe in der Schweiz:

Am 3. März wird das Schweizervolk zur Urne gerufen, um über den Beitritt der Schweiz zur UNO zu entscheiden. Wie wir bereits mehrfach dargelegt haben (1), empfehlen wir Bischöfe diesen Beitritt nachdrücklich. Bei all ihren Unvollkommenheiten bleibt die UNO gegenwärtig das wirksamste Instrument zur Wahrung und Herstellung des Weltfriedens und zur Förderung der Gerechtigkeit unter den Völkern, sowie auch zur Lösung der grossen ökologischen und anderen Menschheitsaufgaben.

Bei dieser Empfehlung wissen wir uns mit dem gesamtkirchlichen Lehramt einig. Von Johannes XXIII. über Paul VI. bis zu Johannes Paul II. haben die Päpste in ihren Sozialenzykliken und durch wiederholte Botschaften an die Vollversammlung das Wirken der UNO immer wieder anerkannt und unterstützt. Auch das Konzil hat mit Nachdruck die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen empfohlen und alle Gläubigen aufgefordert, « im Bewusstsein ihrer menschlichen und christlichen Verantwortung in ihrem eigenen Lebensbereich daran mitzuwirken, den Wunsch zu tatkräftiger Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft zu wecken » (2). Sechs Jahre später empfahl die II. Allgemeine Bischofssynode : « Die Vereinten Nationen, die sich gemäss ihrem satzungsmässigen Ziel um den Beitritt aller Nationen zu bemühen haben, wie auch die internationalen Institutionen sind zu unterstützen » (3). Schliesslich stellt der Katechismus der Katholischen Kirche fest, dass das umfassende allgemeine Wohl von der Einheit der Menschheitsfamilie ausgeht und nach einer Organisation der Gemeinschaft der Nationen verlangt, die fähig ist, den verschiedenen Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden,… » (4).

Heute haben nur noch der Vatikanstaat und die Schweiz Beobachterstatus innerhalb der UNO. In seiner Ansprache vor der UNO-Vollversammlung hat Papst Johannes Paul II. schon 1979 erklärt, warum der Vatikan wegen seiner rein geistlichen Aufgabe nicht Vollmitglied werden kann. Für die Schweiz gilt diese Einschränkung nicht. Sie ist ein vollwertiger, eigenständiger Staat und durchaus in der Lage, an der Gemeinschaft der Nationen teilzunehmen. Sie würde ausserdem ihre humanitäre Tradition verletzen, wenn sie sich weigert, die Entscheidungen der UNO mitzubestimmen. « Ja, „weitet eure Grenzen nicht zu weit aus“, doch zögert auch nicht, über sie hinaus zu blicken, kümmert euch um die Sorgen und Nöte anderer Völker und bietet über eure Grenzen hinaus eine helfende Hand an », dazu rief Papst Johannes Paul II am 14. Juni 1984 auf dem Flüeli auf und verwies damit auf Bruder Klaus.

Auch unsere Neutralität darf kein Hinderungsgrund gegen die UNO-Mitgliedschaft der Schweiz sein. Als die UNO in ihren Anfängen noch als Vereinigung der Siegermächte verstanden werden konnte, war dieser Einwand plausibel. Jetzt, wo die UNO alle souveränen Staaten der Welt in sich vereinigt, bedeutet das Neutralitätsargument nur noch Abkapselung. Sicherheit und Wohlstand der Schweizer Bevölkerung hängen immer weniger nur davon ab, was ein kleiner Staat umsetzen und bewirken kann, dafür aber in immer stärkerem Masse davon, was die Weltgemeinschaft für den Frieden und die Umwelt tut (5).

So wie die Dinge heute stehen, ist die Frage nicht mehr, ob die Schweiz der UNO beitreten soll oder nicht, sondern ob sie es sich immer noch leisten kann, als einzige Nation der UNO fernzubleiben.


Freiburg, 21. Januar 2002



(1) Vgl. Auch unsere Stellungnahme vom 8. September 2000 anlässlich der Anfrage durch den Bundesrat (http://www.kath.ch/sbk-ces-cvs/f/documents/prise-de-pos/oo4.htm), das von Mgr Amédée Grab OSB und Pfarrer Thomas Wipf unterzeichnete Vorwort zur Broschüre „Die Kirchen und die UNO“ von Justitia et Pax und dem Institut für Sozialethik des SEK, sowie das Pressekommunique von der 254. Versammlung der SBK vom 6. Dezember 2001

(2) Gaudium et Spes, Dezember 1965, Nr. 89 § 2.

(3) Bischofssynode, Zweite Generalversammlung, November 1971, Nr. 68.

(4) Katechismus der Katholischen Kirche, Oktober 1998, n. 1911.

(5) Vgl. Wort der Kirchen „Miteinander in die Zukunft“, Schweizer Bischofskonferenz und Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds, Bern im September 2001, Nr. 217



ZG02012313

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